Zahltag: 'Universal Soldier: Day of Reckoning' Blu-ray Review


Auf dem Fantasy Filmfest haben sich die Macher dafür entschuldigt ihn ins Programm genommen zu haben. Das Gros der Filmblogger hingegen feiert ihn als Meisterwerk, das sich nicht hinter Filmen von Kubrick, Cameron oder Lynch verstecken muss. Die Rede ist tatsächlich von John Hyams' Universal Soldier: Day of Reckoning, dem vierten Eintrag in die Reihe, die anno 1992 quasi von Roland Emmerich gestartet wurde und von der wohl keiner erwartet hätte, dass ausgerechnet der vierte Teil nahezu allerorts vielleicht nicht als Meisterwerk, wohl aber als starker Film bezeichnet werden würde. Doch in der Tat, Hyams' Film ist keinesfalls die DTV-Actionware mit Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren und Newcomer Scott Adkins (der schon in The Expendables 2 eine äußerst gute Figur machte), die man auf den ersten Blick erwarten könnte. Dafür ist er nämlich viel zu interessant und intensiv. Viel zu sehr. Das fängt mit der äußerst perfiden Kameraarbeit an und hört mit dem unfassbar physischen Spiel von Scott Adkins auf. Dazwischen? Verzweiflung, Hoffnung, Rachegelüste, Entrückung, und alles andere, was man auf einer Gefühlsachterbahn so durchlebt.

Universal Soldier: Day of Reckoning schließt nahtlos an Hyams' vorheriges durchaus ordentliches Werk Dragon Eyes an, hat man das Gefühl. Die Optik und narrativen Handkniffe scheint Hyams hier perfektioniert zu haben. Das Thema des gebrochenen Helden hebt er auf das nächste Level und hat mit Scott Adkins einen Darsteller gefunden, der um einiges charismatischer ist als noch Cung Le, der nichtsdestotrotz durch seine Physis überzeugen konnte. Adkins liefert eine Performance ab, die ihresgleichen sucht. Selten zuvor hat man solch ein intensiv physisches Spiel gesehen. Sein John ist kein Universal Soldier – er ist Ehemann und Vater, dem gleich zu Beginn in einer der intensivsten und härtesten Szenen, die man im letzten Jahr zu sehen bekommen hat, alles genommen wird. Wir werden komplett in seine Lage versetzt, wenn der Film uns bereits mit POV-Kamera begrüßt. Nein, John ist kein UniSol, sondern ein Mensch, dem alles, für das es sich lohnt zu leben, genommen wurde und der nur noch sich und seinen Körper – eine leere Schale – hat. Diesen kann er aber perfekt für das einsetzten, was ihm als einziges noch den Antrieb zu Leben gibt: Rache.

Es ist im Prinzip alles richtig, was bisher an lobenden Worten über Universal Soldier: Day of Reckoning geschrieben wurde. Es ist zweifelsohne eine äußerst intensive Seherfahrung, auf die man sich mit Hyams’ Film begibt. Man erkennt durchaus viele Parallelen beispielsweise zu Apocalypse Now – allen voran wenn John sich wie entrückt durch die 'grüne Hölle' fahren lässt. Und es ist Hyams auch sehr hoch anzurechnen, was er mit seinem Werk für den Actionfilm getan hat und hoffentlich auch noch tun wird (eine ähnliche Narration habe ich im Actiongenre lange nicht mehr gesehen). Das unantastbare Meisterwerk, das von vielen zudem noch zur Ultrakunst hochgejazzt wurde, ist er aber nicht. Doch das kann sich ändern, denn mit einer einzigen Sichtung von Universal Soldier: Day of Reckoning ist es bei weitem nicht getan. Wer das nicht erkennt, hat so gut wie gar nichts erkannt. Hyams’ Film ist nicht einfach nur ein Actionfilm mit einer Besetzung aus Veteranen und einem grandiosen Scott Adkins, sondern vielmehr auch eine Meditation über das menschliche Wesen an sich.

Wenn man eigentlich jubeln und gröhlen will, bleibt es einem im Halse stecken. Wenn man John auf die Schulter klopfen will, überrascht er einen mit dem Unvorhergesehenen. Die rohe und streckenweise absolut over the top-mäßige Gewalt kann man nicht bejubeln oder sonst irgendwie begrüßen. Wenn der Abspann schließlich einsetzt, fehlen einem bisweilen die Worte. So etwas ist natürlich großartig. Blut, Schweiß und Emotionen sind das, was man gerade knapp zwei Stunden durchlebt hat. Genau so wie John. Man will ihn am liebsten noch einmal sehen, versuchen (weiter oder überhaupt) zu verstehen, was man da gerade durchgemacht hat. Mit Universal Soldier: Day of Reckoning empfiehlt sich John Hyams jedenfalls als einer der interessantesten Action-Regisseure der Gegenwart. Und Scott Adkins als einer der intensivsten Action-Darsteller der Gegenwart. Puh! (8.5/10)

Planet Media Home Entertainment veröffentlich Universal Soldier: Day of Reckoning am 24. Januar auf Blu-ray (Amazon-Partnerlink, geschnittene Version). Die Bildqualität kann auf ganzer Linie überzeugen, denn der Schärfegrad ist durchweg sehr gut. Auch der Ton, der sowohl in Deutsch als auch auf Englisch in DTS-HD 5.1 vorliegt, kann überzeugen, denn er hat vor allem den nötigen Druck, von dem der Film profitiert. Extras wie der Trailer, Interviews mit Cast & Crew, sowie Bildern vom Set runden die technisch sehr gute Blu-ray ab.


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Kick-Ass 'Universal Soldier: Day of Reckoning' Red Band Trailer

Am 30. November startet John Hyams' Universal Soldier: Day of Reckoning in den US-Kinos. Passend dazu wurde nun ein Red Band Trailer veröffentlicht, der … woah! … ist. Ich kann es so was von kaum erwarten! In Deutschland kommt Hyams' Film am 18. Dezember in die Videotheken und am 24. Januar in den Verkauf. Neben der geschnittenen Fassung wird es auch eine uncut Version geben, man kann also aufatmen!

(Via Cinefacts)


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Neuer Trailer zu 'Universal Soldier: Day of Reckoning'

Ich war nicht auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest in Stuttgart, weil ich erstens keine Zeit hatte und zweitens ohnehin nur ein, zwei Filme hätte sehen wollen. Einer davon war Universal Soldier: Day of Reckoning, der von denen, die ihn gesehen haben, als nichts Geringeres als ein Meisterwerk bezeichnet wird: "das hier ist ein in Stahl, Blut und Schweiß gebadeter Kunstfilm, ein dunkel fragmentarischer, epischer, verzweifelter, zerschossener Bastard, der fast zwei Stunden lang finstere Träume träumt von der Identität und ihrer Konstruiertheit, von der humanistischen Halluzination eines freien Willens und von der Möglichkeit einer Revolution. (…) ein furcht- und kompromissloses Meisterwerk, wie es in diesem Jahr wohl ohne Konkurrenz bleiben wird.." (Jochen Werner in der Splatting Image) Ein Grund, weshalb ich nun dermaßen pumped bin auf John Hyams' Film.

Der neue Trailer, der dem Ton des Filmes wohl nicht gerecht wird, darf man Werner und Co. glauben, verrät etwas mehr vom Plot und sieht natürlich hervorragend aus. Und auf Scott Adkins, der mir vor seiner bad-ass-Rolle in The Expendables 2 noch kein Begriff war, bin ich ohnehin sehr gespannt. Jetzt hoffe ich, der ihn auf dem FFF verpasst hat, nur, dass er ASAP auf Blu-ray erscheint – vor allem im Ausland, denn wenn man denen, die ihn gesehen haben, glauben darf, dann wird eine ungeschnittene Veröffentlichung hierzulande wohl eine Utopie bleiben.

(Via DVDnarr.com)


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