Kurz mal abgehakt # 28
Untraceable – das ist das Problem, wenn man PVs besucht und gleichzeitig auch keine Sneak auslässt, man sieht die Filme doppelt. So geschehen letzten Montag mit Untraceable. War aber nicht weiter schlimm, denn ich hatte die erfreuliche Erkenntnis, dass der Film auch beim zweiten Mal noch gut funktionierte. (7/10)
The Kingdom – puh, der hat mich ganz schön gepackt! Die Doppelung des Höhepunktes in der Exposition ist toll, die politische Botschaft ist eben nicht radikal, unreflektiert patriotisch oder schwarz-weiß-malerisch – das zeigt bereits der schön umgesetzte Vorspann. Klar ist das alles bis zur Schmerzgrenze konstruiert, aber doch überkam mich immer wieder ein äußerst kalter Schauer, denn das, was da auf der Leinwand mit Hollywoods Beaus zu sehen ist, passiert so in der Realität tagtäglich. (8.5/10)
Hexen bis aufs Blut gequält – ich zitiere einen Kollegen der Filmforen, der es schön pointiert auf den Punkt bringt: "Der ehemalige Big-Brother-Moderator Percy Hoven als Kinderstar? Ingeborg Schöner, die Waisenhausleiterin aus 'Die Supernasen', märchenhaft hübsch? Herbert Fux, den meine
Generation überwiegend aus 'Feuer, Eis & Dosenbier' als rotzenden Alm-Öhi kennt, spielt überzeugend einen der brutalsten Folterknechte der Filmgeschichte? Ein phänomenaler Soundtrack zwischen Bergkitsch und Morricone von Schlagerbarde Michael Holm, bei dem 'Cannibal Holocaust' geklaut haben muss? Oben drauf uns Udo Kier, als Schöngeist, und 'Pink Panther'-Kommissar Herbert Lom in seiner vielleicht düstersten Rolle? Vom englischen Genre-Profi Michael Armstrong gedreht? Auf Deutsch gefilmt?
Dazu gäbe es einiges zu analysieren, aber die Zeit ist es, unergründlich verschließt sie vor uns, was uns lieb ist. Daher eine simple Antwort: Ja, das alles und noch viel mehr bietet diese Horror-Perle. Sehr empfehlenswert, wenn auch teils kritisch zu bewerten." Ein absolutes Fest! (7/10)
Into the Wild – in großartigen Bildern erzählt Sean Penn eine zutiefst menschliche Geschichte vom Frei- und Unabhängigsein, die zwar immer wieder etwas heuchlerisch und verherrlichend wirkt (warum hat er nicht etwas Geld mitgenommen, dann hätte er nicht bei Burger King arbeiten müssen?, zudem kommt er von der Gesellschft nie wirklich los, das zeigt auch der Bus, der ihm als Unterkunft dient), ob der zugrunde liegenden Vorlage aber nur konsequent ist. Emile Hirsch liefert die bisher beste Leistung seiner Karriere. Into the Wild ist äußerst bildgewaltiges und emotionales Erzählkino mit der ein oder anderen Länge und einem tollen Soundtrack. (8.5/10)
Mar adentro – fuckin' masterpiece! Und eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen überhaupt, die Javier Bardem hier abliefert. (10/10)
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3 Kommentare
"Where can I download this video?", heißt es kurz vor dem Abspann so schön. Das ist nicht nur eines der konsequentesten und schönsten Filmenden seit langem, sondern markiert zugleich auch auf schöne Art und Weise, wo sich der Film befindet, nämlich im Web 2.0. Egal ob YouTube, Clipfish oder MySpace – heute kann sich jeder binnen Sekunden selbst profilieren, egal ob es andere interessiert oder nicht. Doch damit nicht genug, denn warum sich selbst zum Idioten machen, wenn das auch mit anderen, meist völlig unbekannten Mitbürgern, geht? Das denkt sich auch unser Killer und schnappt sich – nachdem er mit einer Katze angefangen hat – den ersten Menschen, nur um ihn zu quälen und schließlich den Zuschauern buchstäblich zu Opfern. Letztere sind nämlich Komplizen, hat unser verstörter Killer das Ganze doch so eingerichtet, dass der Tod schneller eintritt, je mehr Leute sich in den Stream klicken.












