Gewinnt ein Poster und die Ghost Face Maske zu 'Scream 4'


Dieser Post ist bis zum 20. Oktober sticky. Alles Neue findet sich darunter.

Wes Cravens Scream 4 war eine der größten Überraschungen in diesem Jahr. Pünktlich zu Halloween erscheint Scream 4 am 20. Oktober auf DVD und Blu-ray (Amazon-Partnerlink). Zum Start habe ich ein ganz besonderes Schmankerl für Euch. In Zusammenarbeit mit Universal verlose ich nämlich ein Paket zum Film, bestehend aus Poster und einer Ghost-Face-Maske, wie man sie aus den Filmen kennt – also ein Paket, mit dem Ihr Halloween gebührend feiern könnt. Was Ihr tun müsst, um das Paket zu gewinnen? Nennt mir in den Kommentaren ganz einfach Euren Lieblingsteil der Reihe. Zeit habt Ihr dafür allerdings nicht allzu lange, nämlich nur bis Donnerstag, 20. Oktober, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich wünsche Euch allen viel Glück!

Update, 21. Oktober Aus. Schluss. Vorbei. Random.org hat einen Gewinner gezogen, nämlich drallex. Herzlichen Glückwunsch, drallex. Und allen anderen danke ich wieder mal für ihre Teilnahme. Das nächste Gewinnspiel startet in Kürze, also immer schön dabei bleiben.


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Meta-Meta-Meta-Diegetisch: 'Scream 4'


"Texas Chainsaw Massacre, House of Wax, The Hills Have Eyes, Last House on the Left, A Nightmare on Elm Street, My Bloody Valentine, …!" schreit sie ins Telefon, obwohl der Killer am anderen Ende der Leitung die Frage nach welchem Remake noch nicht einmal zu Ende gestellt hat. Es kommt einem vor, als würde sie eine halbe Ewigkeit lang alle Remakes der letzten Jahre aufzählen – und das sind nicht gerade wenige. Die finale Frage des Killers ist dann auch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dies ist nur ein kurzer Moment aus Scream 4, der den gesamten Film dann aber auch hervorragend auf den Punkt bringt: Cravens vierter Teil der Serie ist – wie bereits seine Vorgänger – ein einziger Kommentar zum Horrorkino und zur Popkultur der Gegenwart. Während Craven 1996 noch postmodernes Terrain betrat und schon damals ein besseres Zitatekino ablieferte als es Tarantino je gelungen ist, scheint Scream 4 nun so etwas wie die Apotheose der gesamten Reihe zu sein. Der Film ist nicht nur der selbstreferentiellste Teil der Reihe, sondern vor allem auch der klügste der Reihe. Es gab wohl kaum einen Horrorfilm in den letzten Jahren (es waren ja fast nur Remakes, wie der Film selbst richtig anmerkt), der so spitzzüngig nicht nur mit einem ganzen Genre, sondern auch mit einer ganzen Generation abrechnet. Und dabei muss Cravens Film noch nicht einmal an Spannung oder Humor einbüßen. Er funktioniert gerade weil er sich aller Genrekonventionen bedient, dabei aber stets auch augenzwinkernd kommentiert.

Die Handlung ist dann auch recht schnell erzählt: 10 Jahre nach den letzten Vorfällen in Woodsboro kehrt Sidney Prescott (Neve Campbell) in ihre alte Heimat zurück, wo sie ganz besonders warm empfangen wird … Bis es zu diesem Wiedersehen mit Sidney kommt, präsentiert uns Craven aber erst einmal eine Exposition, an die man sich noch lange erinnern wird. Sie führt all das, für das Scream steht nicht nur ad absurdum, sondern ist dabei so klug, aber auch spannend inszeniert, dass allein diese Exposition Bände spricht. Allein diese ersten zehn Minuten sind dabei interessanter als ein Großteil all der Hochglanz-Remakes vergangener Jahre. Ohnehin ist Scream 4 auch auf rein optischer Ebene ein Kommentar zum Horrorfilm. Statt auf Hochglanz und extreme Farbfilter, von denen man in jedem zweiten Horrorstreifen geradezu erschlagen wird, zu setzen, sieht Scream 4 auch im Jahre 2011 aus als wäre er in den 90ern gedreht worden – mal grobkörnig, mal sogar etwas farblos, aber niemals auf Artifiziell getrimmt. Ein Problem, das vor allem den Remakes inhärent ist, versuchen sie doch nicht etwa die meist grimmige Farbästhetik des Originals zu imitieren oder zumindest zu huldigen, sondern diese durch eine Videoclipästhetik (viele der Remake-Regisseure stammen ja aus ebenjener Branche) komplett zu ersetzen. Als einzig positives Beispiel in jüngerer Zeit wäre wohl das Remake von I Spit on Your Grave zu nennen. Ferner stellt der Film den 'Katalogmenschen', die er zweifelsohne hat, Charaktere wie Dewey (David Arquette) oder die beiden Filmnerds entgegen, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Sowieso darf man bei Scream 4 nicht davon ausgehen, dass Wes Craven auch nur irgendetwas dem Zufall überließ. Wenn er Figuren wie Kirby (Hayden Panettiere) oder Olivia (Marielle Jaffe) braungebrannt und ohne ein Gramm zu viel auf den Rippen ins Spiel bringt, dann sind diese stets als Kommentar zu sehen – sei es nun auf den Schönheitswahn Hollywoods oder als Seitenhieb auf die Erwartungshaltung des Zuschauers (nein, es gibt keine nackten Brüste zu sehen). Die Erwartungshaltung ist ein Leitmotiv, mit dem Craven immer und immer wieder geschickt umzugehen weiß: Wird der vermeintlich tote Killer noch einmal aufstehen? Muss es auch hier einen großen Plottwist geben? Und warum macht vieles eigentlich nur bedingt oder gar keinen Sinn? Hier ist natürlich großes Schweigen angesagt, denn jedes weitere Wort wäre zu viel des Guten und würde dem 'jungfräulichen' Zuschauer viel Freude nehmen. Und dennoch kann man sich dessen gewiss sein – der Trailer nimmt ja bereits einiges vorweg beziehungsweise macht die Richtung klar –, dass Craven auch hier einerseits gewissen Konventionen unterliegt, nicht aber ohne diese dadurch zu persiflieren. Die heutige Generation kennt sich aus im Horrorfilm, sie kennt die Regeln, die Topoi und scheint vom monotonen Genretreiben sichtlich gelangweilt. Kein Wunder also, dass heute nicht etwa ein Klassiker im TV flimmert, während sich man einen gemütlichen Abend macht, sondern ein moderner Horrorfilm, der wiederum ebenfalls eine Satire auf das Genre ist.

Doch Craven belässt es mit all seinen Meta-Spielchen nicht etwa nur beim Genre(ästhetischen)-Kommentar, sondern lässt es sich nicht nehmen auch auf die Popkultur anzuspielen. Die heutige Generation Highschooler lässt sich via Facebook und Co. auf undurchsichtige Freundschaften ein, spielt mit Hilfe von Apps grenzwertige Scherze und filmt sich zudem gerne. Etwas, das nicht nur in der Filmwelt hin und wieder zum Problem wird. Dass es aber nicht etwa zu ernst wird, sondern die diegetische Welt uns stets auch einen Lacher abringen kann, dafür sorgt nicht gerade wenig Humor, der auch im vierten Teil wieder zu finden ist. Scream 4 ist vielleicht sogar der humorvollste Teil der Reihe, zeigt er doch auch einmal mehr, dass Filme wie Scary Movie bereits 1996 obsolet waren. Es bedurfte wohl auch deshalb einem Film wie Scream 4, denn auch nach drei Filmen haben dies nicht allzu viele begriffen. "The first rule of remakes: don't fuck with the original!" meint eine der Protagonistinnen, und sie bringt einen weiteren wichtigen Aspekt damit erneut auf den Punkt. Craven hat zwar nur bedingt ein Remake gedreht, aber selbiges dürfte auch für Sequels gelten. Und mit dem dritten Sequel ist Craven ein außerordentlicher Film gelungen, der noch lange nachwirken wird. 15 Jahre nach dem Original einen solchen Film auf die Beine zu stellen, das muss Craven erst einmal jemand nachmachen. Um es wie Ghostface auf einen einzigen Satz zu reduzieren: Scream 4 ist einer der wichtigsten und größten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts. (9/10)


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Neuer Trailer zu Wes Cravens 'Scream 4'


Nach dem vor einigen Monaten der erste Teaser Trailer zu Wes Cravens Scream 4 veröffentlicht wurde, gibt es nun den ersten richtigern Trailer (FLV, mäßige Qualität) (480p/720p/1080p) zum Sequel mit massig neuem Material (hoffentlich auch bald in HD, Post wird dann aktualisiert)! Das sieht wirklich richtig gut aus! Einen deutschen Starttermin gibt es aber leider immer noch nicht.

(Via ComingSoon.net)


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Slasher 2.0: 'Scream 4' Teaser Trailer


Da ist er dann auch endlich mal, der erste Teaser Trailer zu Wes Cravens Scream 4 (480p/720p/1080p) (FLV, mäßige Qualität). Zwar ist auch die Qualität dieses Trailers nicht allzu berauschend, aber bis zum Trailer in HD dürfte es nur noch wenige Tage dauern. Schön, den ganzen alten Cast wiederzusehen, der durch neues Personal wie Kristen Bell oder Anna Paquin ergänzt wurde. Auch der selbstreflexive Ansatz scheint interessant werden zu können. Start in den Staaten ist am 15. April 2011.


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'A Nightmare on Elm Street' in der Bay(er) Version


Es gibt Hollywoodproduktionen, die scheinen den Produzenten nicht allzu sehr am Herzen zu liegen – zumindest in künstlerischer Hinsicht. Michael Bays Produktionsschmiede Platinum Dunes ist solch ein Garant für schnell abgedrehte Remakes, Reboots oder wie auch immer man dieses wieder-warm-Machen bezeichnen will. Sie sind schnell, effektiv und bringen jede Menge Geld für Projekte, die Bay und den anderen Produzenten wohl mehr am Herzen liegen als diese Updates für die jüngere Generation. Das mag nun verwerflicher klingen als es letztendlich ist, denn das eine oder andere interessante Remake war in den letzten Jahren ja durchaus dabei. Mit Samuel Bayer, der mit A Nightmare on Elm Street sein Spielfilmdebüt feiert, hat man sich zudem einen erfahrenen Videoclipregisseur an Bord geholt, der unter anderem auch für den bekannten Werbespot der U.S. Army, 'Army Strong', verantwortlich zeichnet. Bayers Hintergrund sieht man dem Remake dann auch zu jeder Sekunde an, was allerdings nicht unbedingt negativ zu verstehen sein muss. Wer auf glattgebürstete Videoclipästhetik à la Bay(er) steht, der ist bei diesem Remake genau richtig – auch wenn dieses Konzept dem Original in fast allen Aspekten widerspricht. Andererseits: im Gegensatz zu vielen anderen Remakes bringt Bayers Film eigene Ideen hervor, auch wenn sich diese lediglich auf die Optik bechränken.

Schon beim Vorspann wird deutlich, welche Richtung dieses Update einschlagen wird, denn visuell zieht Bayer nahezu alle Register, die Mischung aus Videoclipmontage und Slow-Motion sieht gar nicht mal übel aus, erst recht in Verbindung mit Steve Jablonskys – eine weitere Konstante im Bay’schen Universum – düsterem Score, der ohnehin einen Höhepunkt des Films markiert. Beginnt der eigentliche Film dann, fühlt man sich jedoch schnell wie in einer Teenserie mit all den üblichen Mustern: die High-School-Schüler sehen aus wie Studenten, die bereits vor ihrer Abschlussarbeit stehen (sprich Twentysomethings), haben Beziehungsprobleme und verhalten sich dabei aber wie Vorschulkinder. Natürlich sind sie auch alle optisch ansprechend besetzt, so dass man durchaus auch auf den Gedanken kommen könnte, Bay und Bayer hätten hier lediglich aus einem Modelkatalog rekrutiert. Aber auch diese Tatsache ist nur eine weitere Konstante dieser Remakes. Kyle Gallner, bekannt aus Veronica Mars, ist dabei noch der Sympathischste von allen, auch wenn sein immer gleicher Dackelblick schon in seinen diversen Serienauftritten nervte. Bleibt also noch Rooney Mara, die getrost als authentischste Figur im gesamten Film bezeichnet werden kann – ohne übertriebenes tanning, Make-Up oder sonstige optische 'Verbesserungen'.

Ohnehin sind diese Stereotypen und Archetypen mit das Interessanteste am Remake. Die Eltern der reichen Vorstadtkids, die selbstverständlich ohne Partner leben und ihren Kindern ein eigenes Auto zur Verfügung stellen können, auch wenn sie bisweilen nur als Flugbegleiterin arbeiten. Es ist kurz gesagt die typische Welt eines Michael Bay, die man spätestens seit dessen Spielzeugverfilmungen gewöhnt ist: er versteht weder die Jugend (die ja aber nicht die Jugend ist) und ihre Probleme, noch versucht er sie authentisch darzustellen – seine abgeleckten Stereotypen sehen aber auch einfach besser aus auf der großen Leinwand, klar. Etwas, das man vom neuen Freddy leider nicht unbedingt behaupten kann, denn auch wenn die Figur mit Jackie Earle Haley gut besetzt ist, so ist seine neue Optik alles andere als angsteinflößend oder gar abstoßend. Auf eine gelungene catch phrase folgen mindestens doppelt so viele vulgäre Sätze, die nicht nur aufgesetzt, sondern auch unangebracht erscheinen. Von seiner Mordlust, die sich immer und immer wieder in den gleichen Tötungsszenen manifestiert, ganz zu schweigen; wenigstens hier hätte man an der Gewaltschraube drehen können, wenn man schon nicht zur Kreativität neigt. Immerhin bereichert A Nightmare on Elm Street das Franchise um eine origin story, die aus Krueger endgültig einen diabolischen Kinderschänder macht. Geschickt versteht es Bayer hier mit der Sympathie des Zuschauers zu spielen, der das – wie die Opfer selbst – bei diesem netten, kinderlieben Mann, zuerst nicht glauben mag.

Einmal mehr versteht es Bayer aber weniger bis gar nicht, den Raum des Filmes adäquat zu inszenieren, denn was im Original noch mindestens so viel Angst hervorrief wie Freddys Klingenhand selbst, verkommt hier zu einfachen Kulissen, in denen die jungen Erwachsenen herumirren. Da darf Freddy dann Funken an Rohren sprühen lassen, statt dass man sich als Zuschauer schon ob der Räumlichkeiten an den Fingernägeln kaut. Dennoch geht von all dieser aalglatten Inszenierung eine gewisse, wenn auch eher geringfügige Faszination aus, denn sie zeigt doch auch, dass jemand sein Handwerk versteht. Leider reicht es bei solch einer großen Vorlage, die Wes Craven liefert, nicht, wenn man das Handwerk über alles andere stellt, denn auch A Nightmare on Elm Street kann man einmal mehr getrost als 'sytle over substance' deklarieren. Hier vielleicht so passend wie noch bei kaum einem anderen Platinum-Dunes-Remake. Das Sequel ist dabei natürlich schon beschlossene Sache, die Maschinerie muss ja schließlich am Laufen gehalten werden. (6/10)


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Bevor das Remake kommt … 'The Last House on the Left'


Fast genau drei Jahre ist es her, dass ich Wes Cravens The Last House on the Left gesehen habe. Da das Remake unmittelbar bevor steht, dachte ich, ich frische das Ganze mal wieder auf. Ich hatte nicht mehr allzu viel in Erinnerung, am ehesten wohl die, wie ich damals noch dachte, äußerst unpassende Musik. Da wird fröhliche Volksfestmusik gespielt, während zwei junge Frauen den Alptraum ihres Lebens erfahren. Ein Gegensatz, wie er größer kaum sein könnte. Zieht man jedoch die Werbezeile des Filmes mit in Betracht (To avoid fainting, keep repeating "It's only a movie…It's only a movie…"), scheint die Musik nur ein konsequentes Mittel zu sein, ebenjene Tatsache, nämlich dass es sich hier 'nur' um einen Film handelt, zu untermauern. Betrachtet man die Musik nämlich genauer, so merkt man schnell, dass es die Art von Musik ist, die man hörte, als das Medium Film noch ziemlich jung war.

Es gab noch keinen Ton, über die Musik funktionierte viel mehr als heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Score von David Hess an ebenjene Filme, das Medium selbt, erinnert. Wie gesagt, es ist ja nur ein Film, also keine Angst vor all den Gräueltaten, die auf der Leinwand stattfinden. Doch die Musik zielt noch auf etwas anderes ab, eine weitere Funktion der 'Verharmlosung' wird ihr zuteil, nämlich das comic relief. Im Kontrast zur ganzen Brutalität lässt sie Gedanken an die Späße eines Dick und Doof aufkommen, eines, wie gesagt, Stummfilmes, der für gute Laune sorgen soll. Das funktioniert so weit auch ganz hervorragend, erst recht natürlich in Verbindung mit den beiden Polizisten, die nichts auf die Reihe bekommen und das comic relief in Reinform darstellen. Da wird Kuchen gemampft, während die Eltern über ihre vermisste Tochter klagen, da wird Schach gespielt, während man eigentlich der Freund und Helfer sein sollte und schließlich vergisst die Staatsmacht dann auch noch zu tanken.

In der Tat, die Polizei in Form der beiden tolpatschigen Cops bringt nichts auf die Reihe, versagt im entscheidenden Moment (der Wagen der Truppe steht vor ihrer Nase, aber sie müssen sich angeblich um Wichtigeres kümmern) und kommt am Ende zu spät, um das Schlimmste zu verhindern. Kurzum: die Polizei versagt auf ganzer Linie und es ist kein Verlass auf sie. Da wundert es natürlich nicht, dass der Bürger – hier: nicht der einfache, aber einfach lebende – das Gesetz schließlich in die eigene Hand nehmen muss, egal wie. Und wenn die im Haushalt obligatorische Waffe eben nicht will, dann nutzt man alles zur Verfügung stehende, und sei es eine Motorsäge. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein simples Pamphlet für die Selbstjustiz, erweist sich auf den zweiten Blick jedoch vielmehr als Spirale der Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Der Traum Weasels (Fred J. Lincoln, heute erfolgreicher Pornoregisseur, wie das Making-Of verrät), in dem ihn Dr. Collingwood (Richard Towers) und dessen Frau (Cynthia Carr) foltern, ist dabei das wohl interessanteste Indiz.

Doch auch die vorgetäuschte Verführung Weasels durch Mrs. Collingwood und ihre anschließende 'unkonventionelle' Rache deuten vielmehr auf perfide Rache/Folter – sprich Gleiches mit Gleichem – hin als auf eine reine 'Konfliktlösung'. Auch sie genießen den Ausbruch der Gewalt, wenn auch nur kurz. "Don't do it!", heißt es im finalen Moment, doch statt der Aufforderung der beiden Cops nachzukommen, penetriert die Motorsäge den Torso – ein Körperteil, dem im Laufe des Filmes sowieso eine große Bedeutung zuteil wird (das-in-die-Brust-Ritzen, das Ventil um Luft abzulassen, die gewachsene Brust).  Ganz zu schweigen natürlich vom Umwandeln des Wohnhauses in eine einzige Stolperfalle durch den Vater. Ein mögliches Motiv für all diese Taten ist sexueller Natur. Die beiden jungen Frauen führen eine innige Beziehung, die mich bisweilen an jene aus Haute tension erinnerte. Und auch das Böse in Form der Flüchtigen scheint permanent unter sexuellem Druck zu stehen. Nicht zuletzt wird auch auf die Eltern als Paar immer wieder eingegangen, Craven schenkt ihnen und ihrer Zweisamkeit viele Momente.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass sich Craven selbst nicht so ganz sicher war, was er nun eigentlich mit The Last House on the Left erreichen wollte. Sicher, er meditiert über Gewalt und wie sie zum Alltag selbst des abseits lebenden Bürgers gehört, der sich fernab jeglicher Großstadtkriminalität in vermeintlicher Sicherheit wägt. Doch werde ich bei alledem, was eigentlich dagegen spricht, den Gedanken nicht los, dass Craven hier aber auch für Selbstjustiz/Vigilantentum oder zumindest das häusliche Aufrüsten plädiert, denn die Staatsmacht, das ist sicher, hat nicht das nötige Durchsetzungsvermögen. Es wird sich zeigen, was das Remake davon noch übrig lässt – oder sogar weiterspinnt? (8/10)


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'The Last House on the Left': Trailer zum Teen Remake


Und nun hat es auch noch den Wes-Craven-Klassiker The Last House on the Left erwischt. Die Rede ist natürlich vom Remake, das zwar schon länger feststand, aber zu dem es erst seit heute die ersten bewegten Bilder in Form des Trailer gibt (480p/720p/1080p). Trotz der gerade mal zweieinhalb Minuten des Trailers, habe ich mich ziemlich gelangweilt, was nicht gerade für das Remake und dessen Qualitäten steht. Teens? Check. Regen? Check. 0815-Horror-Atmosphäre? Check. Ja, gut, sieht so aus, als habe The Last House on the Left alles, was ein modernes Horrorremake ausmacht. Nunja, ein schlechtes zumindest. Nicht, dass ich das Ganze schon abgeschrieben hätte, aber irgendwann kann man es einfach nicht mehr ausstehen, Pizza auf den Tisch zu bekommen …

Und sind wir doch mal ehrlich: An das Original und dessen Echo/Terror/Rezeption wird das Remake sowieso nicht anknüpfen können – nicht mal, wenn die FSK oder die SPIO damit Probleme machen (das hat ein weiteres (!) Remake Sequel zu The Texas Chainsaw Massacre ja schließlich auch nicht besser gemacht)


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