Russell Crowe meets Ridley Scott meets 'Robin Hood' Trailer


Ich weiß gar nicht, wie viele Verfilmungen der Geschichte um Robin Hood es bereits gibt. Egal ob Comedy oder Actiondrama, die Figur dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Dennoch nimmt sich Ridley Scott des Stoffes erneut an, natürlich mit Russell Crowe in der Hauptrolle, liegt ja auch irgendwie nahe, oder? Der erste Trailer (480p/720p/1080p) sieht jedenfalls eher mäßig aus, bietet nichts, was man so nicht schonmal anderswo oder auch bei Scott selbst gesehen hat. Der Cast liest sich dennoch sehr gut. Die Musik stammt vom deutschen Marc Streitenfeld, einem weiteren Zimmer-Zögling, das macht doch Freude. Deutscher Kinostart ist am 13. Mai 2010.


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'The Incredible Hulk': Liste aller Kinos mit FSK16 Kopie


Mittlerweile dürfte es ja keinem entgangen sein, dass The Incredible Hulk hierzulande in zwei Versionen in die Kinos kommt. Wer davon jetzt zum ersten Mal hört, dem sei folgendes gesagt: Concorde hat derzeit wohl einen Hang zur Schere, denn bereits Iron Man brachten sie nur gekürzt in die deutschen Kinos. Auch Ang Lees Hulk schaffte es nur gekürzt in die Kinos, und auch Louis Leterriers Quasisequel wird dieses Schicksal nun zuteil – zumindest für einige Kinogänger. Concorde hat neben der um zirka zwei Minuten gekürzten Fassung nämlich auch die ungekürzte FSK16 an die Kinos verteilt. Wer also nicht extra bei seinem Kino nachfragen will, für den hat Concorde nun eine Liste aller Kinos veröffentlicht, die mit der FSK16-Fassung 'gesegnet' wurden.

Wer aber auf Nummer sicher gehen will, der sollte seinem Kino aber wohl dennoch eine Mail schreiben, denn laut Erfahrungsberichten bei Cinefacts gibt es zusätzliche Kinos, die über eine FSK16-Kopie verfügen (oder einfach nur falsch informieren bzw. informiert sind).


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»That man's whole body is property of the U.S. Army.«

The Incredible Hulk
(Louis Leterrier, USA 2008)
Kino

Schaut man sich heutzutage einen Actionfilm an, so muss man die Action meist erst suchen. Die Aktion findet schon lange nicht mehr auf der Leinwand statt, und leider auch nicht in unseren Köpfen. Viel zu schnell passiert alles, viel zu schnell für das menschliche Auge – wenn es überhaupt auf der Leinwand geschieht. Ja, der Trend geht zum Schnittgewitter, denn wie heißt es so schön: höher, schneller, weiter. Und etwas Gutes hat es ja auch: Man muss nicht so viel für die CGI ausgeben. Dass es jedoch auch anders geht, das zeigt Louis Leterrier, der, schaut man sich seine Filmographie mal an, Erfahrung im Aktionskino zu haben scheint. Sein The Incredible Hulk ist physisch spürbar, er bringt den Saal zum beben, und das nicht nur wegen des THX-Zertifikats. Auch wenn die CGI nicht vollkommen sind, eines versteht der Film jedoch wie kaum eine andere Comicverfilmung der letzten Jahre: Die Inszenierung des Geschehens.

Leterrier bevorzugt nicht etwa das Close-Up oder die Halbtotale, er versteckt die Action auch nicht hinter blitzschnellen Schnitten, nein, seine bevorzugte Einstellung, die Bewegung, den Kampf, den Krawall einzufangen, ist die Totale. So bleibt das Ganze zwar dennoch eine Illusion, der man hier beiwohnt, aber eine Illusion, der man gerne folgt, weil man es kann. So werden dann auch Humvees zermatscht, Soldaten durch die Luft geworfen und überhaupt bleibt nicht viel an seinem ursprünglichen Platz, ist Dr. Banner (Edward Norton) einmal zu 'Mr. Green' mutiert. Dass die Effekte dabei meist als solche zu enttarnen sind – wäre ein echter Helikopter im Finale denn so viel teurer gewesen? -, spielt dabei dann auch eine leicht untergeordnete Rolle, denn bedenkt man die Produktionsgeschichte von The Incredible Hulk, dann wundert es nicht weiter, dass hier so einiges inkohärent wirkt. Leterriers Interpretation des Stoffes ist nämlich nicht nur narrativ unausgegoren, sondern auch dem Plot selbst merkt man ebendiese Tatsache deutlich an.

So bleiben nicht nur einige Figuren komplett auf der Strecke, sondern auch die Motive der Protagonisten sind so ersichtlich wie das Wetter in einem Jahr. So nett das Cameo eines Lou Ferrignos beispielsweise auch ist, so unnötig ist das des Stan Lees. Sowieso finden sich für treue Fans der Serie und des Comics so einige Anspielung, doch auch ohne diese macht The Incredible Hulk ordentlich etwas her. Das Tempo, das der Film vorlegt, ist enorm. Noch schöner ist allerdings, dass er dieses auch fast über die volle Laufzeit von zwei Stunden aufrecht erhalten kann. Egal ob Dr. Banner in Brasilien oder an der heimischen Universität gejagt wird, die Kamera weiß dies stets temporeich in Szene zu setzen. Doch etwas Unmut macht sich bei alledem auch breit, denn warum kann das amerikanische Militär beispielsweise unbehelligt auf brasilianischem Hoheitsgebiet agieren. Und warum kümmert es eigentlich niemanden, wenn schwer bewaffnete Humvees den Campus stürmen?

Genau hier wirkt Leterriers (The Incredible) Hulk ungemein platt. Das rücksichtslose Militär, das keinen Wert auf die Wissenschaft legt, kann sie sie nicht für sich und seine (kriegerischen) Zecke nutzen. Soldaten, die die Bibliothek stürmen, an unzähligen Büchern vorbeirennen, ohne, dass sie auch nur eine Sekunde daran denken, was sie hier eigentlich zerstören. Selbst dem gebildeten Soldaten, dem Offizier, ist das alles egal – Hauptsache ist, General Ross (William Hurt) und Austauschoffizier Blonsky (Tim Roth) bekommen das, was sie wollen, nämlich den Supersoldaten (was zugleich auch eine Anspielung auf den kommenden Captain America ist). Ja, das Militär ist schon böse, da verdient es auch, dass nicht nur sein Material zu Brei geschlagen wird, sondern auch der ein oder andere Kamerad – der natürlich nichts dafür kann und nur seine Pflicht tut. Am Ende wirft Hulk dann schließlich dem Militär das zurück, was es erschaffen hat – und dennoch scheinen die Augen des Generals nicht geöffnet worden zu sein.

Leterrier räumt diesem Diskurs glücklicherweise aber nicht allzu viel Zeit ein. Zudem gelingt es ihm aber auch nicht, den ethischen Diskurs, um den sich der ganze Stoff dreht, ordentlich einzubauen. Wissenschaft in den falschen Händen ist gefährlich, denn Wissenschaft sollte stets für friedliche Zwecke genutzt werden, nicht für schlechte respektive militärische. Dass die Faszination am Gottkomplex aber jeden korrumpieren kann, zeigt die Figur des hilfsbereiten Wissenschaftlers, einer Art mad scientist light. The Incredible Hulk schneidet so vieles an, ohne eines jedoch ordentlich zu Ende zu bringen. Selbst das Ende des Filmes selbst wirkt etwas unbeholfen. Schade, denn hier kommt einmal mehr die production history ins Spiel. Andererseits sind die Weichen, die Leterrier für das Sequel stellt, aber unübersehbar und somit erklärt sich dann auch das ein oder andere plötzliche Verschwinden der Figuren. Höhepunkt ist dabei sicherlich der Auftritt Tony Starks alias Iron Man (Robert Downey Jr.), der das Universum Marvels um eine Schiene näher zusammenbringt.

Bei all den kleinen Macken, die The Incredible Hulk aufweist, freut man sich letzten Endes nur umso mehr auf den Originalcut, der angeblich noch eine Stunde mehr an Material bieten soll. Formal ist Leterriers reboot jedoch größtenteils jetzt schon klasse – Highlight: zwei Soldaten jagen The Abomination in einer Cloverfield'schen Kamerafahrt -, denn auch der Score weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. In einigen Aspekten ist Leterriers Hulk eine der besten Comicverfilmungen der letzten Jahre, und auch sonst versteht es der Film, das Blockbuster-/Comicfilmgenre eindrucksvoll für sich zu nutzen. (7.5/10)

Erscheint bei Wicked-Vision


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Dem Sony HD Camcorder sei Dank

Vantage Point
(Pete Travis, USA 2008)
Kino

‘Vantage Point’Nach dem Trailer war ich ja überhaupt nicht an diesem Vehikel interessiert. Zu glatt und konventionell erschien mir das Ganze – trotz der hochkarätigen Besetzung. Lange habe ich mit mir gehadert, die PV geschwänzt, und den Film auch die ersten Wochen der regulären Spielzeit nahezu ignoriert. Bis gestern dann, ein Freund drängte mich quasi, und nachdem ich mir nochmals einige Kritiken durchgelesen hatte, die den Film zwar durchweg zerrissen, aber in denen ich auf einige Aspekte stieß, die mir durchaus zusagen – Pathos, USA gegen den Rest der Welt, der Score vom Zimmer-Lehrling, etc. -, hatte ich auf einmal doch Lust auf 8 Blickwinkel, so der selten dämlich deutsche Titel. Was hat mir der Film nun also davon gegeben, bereue ich es, ihn letzten Endes doch gesehen zu haben (und das sogar noch für stolze 6,50 EUR [für gerade Mal knappe 90 Minuten])? Die Antwort: Jein.

Das Konzept ist innovativ und mal was anderes bei all der Actionstangenware, keine Frage, auch wenn der Film weiß Gott nicht der erste ist, der dieses Prinzip nutzt – Kurosawa lässt grüßen. Und sieh an, umgesetzt ist es auch nicht gerade von schlechten Eltern. Also schon mal ein großer Pluspunkt, denn auf Redundanz hatte ich mich ehrlich gesagt schon etwas eingestellt, fangen die Ereignisse doch wirklich an die fünf Mal an der gleichen Stelle an. Jeder hat ein Stück des Puzzleteils, das am Ende dann, mit einigen kleinen Schönheitsfehlern versehen natürlich, zu einem Ganzen zusammengesetzt wird. Dass dieses Ganze aber in sich ein kohärentes Etwas ist, liegt am Mangel an Realität, denn wer dachte, dass 24 bereits der Gipfel der Konstruiertheit sei, der wird beim Ende von Vantage Point eines Besseren belehrt. Doch nicht nur hier fordert der Film eine großzügige Rezeption, denn auch über Motiv, Herkunft und Sonstiges der (arabischen weil Verbindungen zu Marokko) Attentäter wird man im Dunkel gelassen.

Es sind vorwiegend männliche Gotteskrieger, das wundert wohl niemanden. So sind es dann auch die dunkelhäutigen Figuren, die hier allesamt Terroristen sind, da bleibt der Film der schwarz-weiß-Malerei treu. Bemerkenswert empfand ich jedoch die Tatsache, dass man sogar den Mut hatte, einen Selbstmordattentäter mit einzubauen, dessen Einsatz ob seiner Intensität gleichzeitig eine der besten Szenen im Film markiert. Da vergisst der Film dann auch, dass er anfangs die einseitige Berichterstattung des Terrors eigentlich satirisch kritisierte. Aber das kann im Tumult ja auch durchaus mal passieren. Unterstützt wird das Ganze von einem markanten Score, der Zimmer-typisch vorzugsweise auf laute, bombastische Töne setzt und kaum richtiger als in einem Actionthriller sein könnte. Ein weiterer Pluspunkt. Insgesamt war es doch ein recht ansehnliches Unterfangen, denn die unzähligen Vergleiche mit 24 treffen es eigentlich ganz gut – bis zur Schmerzgrenze konstruiert, aber äußerst temporeich inszeniert und gerade deshalb auch unterhaltsam. Und einen Jack Bauer hat der Film sogar auch, nur heißt er hier Dennis Quaid. (6-7/10)


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